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Das Neueste rund ums Felsenmeer

BA vom 5.11.2018 Bericht zur Fackelwanderung von Hr. Derigs

FELSENMEER-INFORMATIONSZENTRUM BEI EINER WANDERUNG ZUR SEEGER-HÜTTE GAB ES VIEL WISSENSWERTES ÜBER DIE HISTORIE DES NATURDENKMALS ZU ERFAHREN

Einst klingender Berg, heute Touristenmagnet

05. November 2018 Autor: Ferdinand Derigs (fred)

 

Einen Streifzug durch die Geschichte des Felsbergs gab es bei der „Fackelwanderung“ zur Seeger-Hütte. Im Museumskeller veranschaulichte Peter Hubrich (Mitte) die Methoden der Steinbearbeitung.

© Derigs

REICHENBACH.Zu einer „Fackelwanderung“ zur Seeger-Hütte hatten die Geopark-Führer des Felsenmeer-Informationszentrums am Freitagnachmittag eingeladen. 38 Wanderfreunde und Naturliebhaber, darunter auch einige Kinder und Vierbeiner, hatten sich in der Abenddämmerung auf dem Parkplatz Römerstein am Rande von Beedenkirchen eingefunden. Auf „offenes Feuer“ mussten sie allerdings aufgrund des langen und sehr trockenen Sommers sowohl während der Wanderung, als auch am Zielort verzichten, wo eigentlich ein Lagerfeuer geplant war. Dies tat aber der Veranstaltung keinerlei Abbruch.

Unter der fachkundigen Führung von Heidi Adam ging es über den leicht ansteigenden Weg und vorbei an sicher in Gläsern verwahrten Teelichtern durch den herbstlichen Wald leichten Schrittes bis zur Seeger-Hütte. Hier hatten Reichenbacher Steinarbeiter über viele Jahre in einem Steinbruch harte und schwere Arbeit vollbracht. Nach kurzer Wegstrecke wurde die Wandergruppe bereits von den anderen Geopark-Führern begrüßt. Über 100 Führungen hatten die Frauen und Männer seit dem Frühjahr bewältigt.

Steine für römische Bauwerke

Heidi Adam fütterte nun die Zuhörer mit kräftiger Stimme aus der oberen Etage der Hütte heraus mit Daten, Fakten und kleinen Anekdoten zur Geschichte des Felsbergs und der dort beheimateten Steinindustrie. Schon der Name Felsberg macht deutlich, dass Steine hier schon immer große Rolle spielten. Genau genommen die Granitblöcke, die hier über viele Jahre von Menschenhand mit unterschiedlichsten Werkzeugen abgebaut und bearbeitet wurden.

Die Römer hatten diesen Schatz während ihrer Eroberungszüge durch Germanien als erste entdeckt und sich das harte Gestein für den Straßenbau und später auch für zahlreiche Bauten zunutze gemacht. Hiervon zeugt heute unter anderem noch die Riesensäule, eine der Hauptattraktionen des Felsenmeers. Sie wurde mit hoher Wahrscheinlichkeit für die Halle der Doppelbasilika in Trier gefertigt, die der dem Christentum angehörende römische Kaiser Konstantin um das Jahr 300 in Auftrag gegeben hatte. Vermutlich verhinderte dann der Einfall der Alemannen in das Römische Reich und der Zusammenbruch des Limes-Schutzwalls den Abtransport dieses tonnenschweren Werkstücks. Die Römer hinterließen nach dem Einfall der „Barbaren“ einen vollkommen kahlen Felsberg.

Erholung im Frühmittelalter

Da sich dann aber mehrere hundert Jahre bis um das Jahr 800 nichts Wesentliches am Felsberg tat, konnte sich die Natur zunächst einmal erholen, bis sich Germanen-Stämme mit Unterstützung der Mönche des Klosters Lorsch ansiedelten, Flächen rodeten und Häuser bauten, wie Adam weiter berichtete. Die Granit-Blöcke blieben aber weitgehend unberührt.

Erst im 19. Jahrhundert kam wieder Bewegung in den Abbau der Steine. Um 1870 gelangten Steinmetze und Steinhauer aus dem Böhmerwald in den Odenwald. Sie zeigten den Einheimischen, wie sie die Steine bearbeiten und als Fundament beim Hausbau nutzen konnten. Auch richteten sie Steinbrüche ein. So nahm die Steinindustrie ihren Aufschwung.

Schon bald nannte die Bevölkerung den Felsberg den „klingenden Berg“, da hier weithin hörbar tagein tagaus Hammer und Meißel auf das harte Gestein trafen und Löcher schlugen. Auch Sprengungen wurden vorgenommen, um den Granit abzubauen und auf Pferdekutschen ins Tal zu schaffen. Von Bensheim aus ging es mit der Bahn in alle Welt. So wurde etwa die Kaiser-Wilhelm-Brücke in Berlin mit Steinen vom Felsberg gebaut.

Bis zu 200 Männer arbeitenden in der Hochzeit nach den beiden Weltkriegen für die Deutsche Steinindustrie in Reichenbach, hauptsächlich für die Herstellung von Grabsteinen. Inzwischen hatten sich aber die Begräbnisriten verändert. Neue Steinfarben wurden nachgefragt, so dass Steine aus Skandinavien, Südafrika und Namibia importiert und mit dem Schiff über die Elbe und den Rheinhafen in Worms und weiter mit der Bahn bis nach Bensheim und letztlich ins Lautertal transportiert wurden.

Ende der Steinindustrie

Nach 1972 brach die Steinindustrie zusammen. Grabsteine aus Asien waren preislich nicht mehr zu unterbieten. Grabsteine waren zudem auch nicht mehr sehr gefragt, weil die Zahl der Erdbestattungen auf etwa 40 Prozent zurückging. Heute haben sich die wenigen Betriebe hauptsächlich auf Arbeitsplatten aus Granit oder die Herstellung von Fliesen umgestellt. Der „klingende Berg“ ist aber schon lange verstummt. „Heute suchen Touristen die Ruhe und die Schönheit dieser Landschaft“, sagte Adam am Ende ihres Vortrags.

Ihr neues Wissen konnten die Gäste bei Peter Hubrich im Museumskeller der Seeger-Hütte vertiefen. Zahlreiche Werkzeuge und Methoden der Steinbearbeitung zeigten, wie beschwerlich das Leben und Arbeiten eines Steinarbeiters war.

Auch für die musikalische Unterhaltung der Wanderer war gesorgt. Joachim Bartel erfreute mit den Klängen seines Akkordeons, bevor es zurück zum Parkplatz Römerstein ging. Auch wenn der Winter im Odenwald einige Reize zu bieten hat, darf man sich auf die kommende Saison im Frühjahr freuen.

 

Ehekrach im Zeitalter der Steinindustrie

Freitags war immer Zahltag. Die während der Woche hart von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang hart arbeitenden Männer hatten nach Feierabend oft großen Durst, den sie mit viel Bier löschten. Am Zahltag präsentierte der Zahlmeister dann die Rechnung, die das ein oder andere Mal die Lohntüte erheblich schmälerte. Manch einer kam auch nicht an einem als „Schnapsloch“ bekannten Steinbruch vorbei und sorgte so für eine weitere Schmälerung der Lohntüte bis hin zum Totalverlust. Das führte zu Spannungen zwischen manchen Ehepaaren.

Die gab es aber auch auf anderer Ebene. Wegen des täglich von den Ehefrauen angelieferten Essens kam es zu der ein oder anderen heftigen Diskussion. Ganze Karawanen von Frauen brachten ihren Männern ihr Mittagessen in einem Henkelmann zum Felsberg. Kam die Lieferung aber zu spät oder lauwarm bis kalt an, so wurden schon mal lautstark die unterschiedlichen Standpunkte 

 

© Bergsträßer Anzeiger, Montag, 05.11.2018

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Fackelwanderung im Herbst im Felsenmeer

Fackelwanderung im Herbstwald

Fackelwanderung im Herbst im Felsenmeer am 02.11.2018 von 17:00 bis 20:00 Uhr

Thema ist „die Arbeit der Steinhauer im Felsberg im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert“.

Seien Sie dabei, wenn die Felsenmeerführer unter der Leitung von Heidi Adam ihre Gäste in den herbstlichen Felsbergwald begleiten und ihnen zeigen und vortragen, wie schwer die Arbeit der frühen Steinhauer in den Steinbrüchen des Felsberges gewesen ist und wie teuer das tägliche Brot erkauft war.

 

Fackelwanderung im Herbst im Felsenmeer am 02.11.2018 von 17:00 bis 20:00 Uhr

Thema ist „die Arbeit der Steinhauer im Felsberg im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert“.

Seien Sie dabei, wenn die Felsenmeerführer unter der Leitung von Heidi Adam ihre Gäste in den herbstlichen Felsbergwald begleiten und ihnen zeigen und vortragen, wie schwer die Arbeit der frühen Steinhauer in den Steinbrüchen des Felsberges gewesen ist und wie teuer das tägliche Brot erkauft war.

Die kurze Wanderung startet am Parkplatz Römersteine vor Beedenkirchen und endet am wärmenden Feuer an der Feuerschale vor der Seegerhütte. Dort erfahren sie aus erster Hand von den schweren Arbeitsbedingungen der Menschen im Berg und können mit eigenen Augen die Werkzeuge und einfachen Gerätschaften der Steinarbeiter bewundern. Die Seegerhütte steht als ehemaliges „Betriebsgebäude“ in einem aufgelassenen Steinbruch und ist der ideale Platz, um von früheren Zeiten zu erzählen. Zudem befinden sich im Keller der Hütte mit Fleiß und Mühe gesammelte und vor dem Verschwinden bewahrte alte Arbeitswerkzeuge, die wir gerne präsentieren.

Natürlich gehört zu einer Wanderung im abendlichen Felsbergwald auch eine Stärkung in Form von Getränken und einem kleinen Imbiss, damit sie noch eine Weile bei guten Gesprächen das Gehörte vertiefen oder uns von eigenen Erlebnissen berichten können. Dazu gibt es handgemachte Musik zum Mitsingen oder einfach Lauschen.

Der Abend endet mit dem gemeinsamen Weg zurück zum Parkplatz unter Fackelbeleuchtung und den Geräuschen des nächtlichen Waldes. Achtung: bei anhaltend trockener Witterung bitten wir unsere Gäste darum eine Taschenlampe mitzunehmen. Aus Brandschutzgründen muss in diesem Fall auf Fackeln verzichtet werden.

Wer dabei sein möchte, meldet sich bis zum 01.November 2018 zur Fackelwanderung an: per Mail unter information@felsenmeer.eu oder telefonisch unter 06254-940160.

Achtung:

Treffpunkt der Veranstaltung ist der Parkplatz Römersteine in Beedenkirchen, am 2.November 2018 um 17:00 Uhr, dort endet sie auch gegen 20.00h. Der Unkostenbeitrag beträgt 6 € für Kinder und 8 € für Erwachsene, darin enthalten sind ein Getränk, ein Snack und eine Fackel für den Rückweg.

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Origami - allerlei Herbstfaltungen

Papierfaltungen von Uschi Rettig

Origami - allerlei Herbstfaltungen
am 06.10.2018 und 13.10.2018 um 14:00 – 15:30 Uhr
am 07.10.2018 und 14.10.2018 von 11:00 - 12:30 Uhr
im Felsenmeer Informationszentrum in Reichenbach

Origami ist die alte japanische Kunst des Papierfaltens. Aus einem einfachen Blatt Papier fertigen Sie originelle Objekte und Figuren.

Unter sachkundiger Anleitung entstehen die bunten Falt-Objekte. Die Technik ist leicht zu erlernen.

Die Ergebnisse dürfen mit nach Hause genommen werden.

Für Erwachsenen und Kinder ab 8 Jahren.

Kosten für Material: 3,- Euro, Leitung Uschi Rettig.

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Zauberfelsen - Filzen

Zauberfelsen von Stefanie Richter

Workshop

Zauberfelsen – Filzen

im Felsenmeer Informationszentrum

von 14:00 Uhr bis 15:00 Uhr

Aus Schafswolle und Seifenwasser fertigen wir Zauberfelsen und weitere interessante Objekte.

 

Der Kurs dauert 1 Stunde.

 

Kosten: 5,- Euro für Erwachsene und 3,- Euro für Kinder

 

Material kann gegen eine Gebühr von 1,50 Euro erworben werden.

 

Bitte um Anmeldung direkt im Felsenmeer Informationszentrum, Seifenwiesenweg 59, 64686 Lautertal unter: pressestelle@felsenmeer.eu oder telefonisch unter 06254-940160

 

 

Aus Schafswolle und Seifenwasser fertigen wir Zauberfelsen und weitere interessante Objekte.

Der Kurs dauert 1 Stunde.

Kosten: 5,- Euro für Erwachsene und 3,- Euro für Kinder

Material kann gegen eine Gebühr von 1,50 Euro erworben werden.

Bitte um Anmeldung direkt im Felsenmeer Informationszentrum, Seifenwiesenweg 59, 64686 Lautertal unter: pressestelle@felsenmeer.eu oder telefonisch unter 06254-940160

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Felsenmeerseife - Workshop am Fesenmeer

Seifenfelsen von Stefanie Richter

Felsenmeerseife – Workshop am Felsenmeer
wird auf den 05.08. Verschoben!

Am 05.08.2018 um 14:00 – 15:30 Uhr
im Felsenmeer Informationszentrum in Reichenbach

Heute könnt Ihr mit bunten Seifenstückchen herausfinden, wie Steine des Felsenmeers
von innen aussehen und aus Seife unsere Felsen oder die Riesensäule selbst nachbauen!
Mit duftenden Kräutern wie zur Römerzeit macht das Händewaschen doppelt Spaß. Ihr
könnt Eure täuschend echten Felsenseifen mit nach Hause nehmen und noch lange an
die Gesteine des Felsenmeers denken. Für Kinder und Junggebliebene ab 6 Jahren.
Kursgebühr und Materialkosten für Kinder 3,-- Euro und Erwachsene 5,-- Euro.
Bitte Anmeldung bis drei Tage vor der Veranstaltung unter: pressestelle@felsenmeer.eu
oder telefonisch unter 0179/6835622

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Saisoneröffnung am Felsenmeer war gut besucht

Tierische Saisoneröffnung am Felsenmeer

Reichenbach. Mit verschiedenen tierischen und menschlichen Gästen eröffnete das Felsenmeer Informationszentrum (FIZ) bei strahlendem Sonnenschein zum ersten Feriensonntag seine diesjährige Saison. Die Mitarbeiter des FIZ hatten zahlreiche Mitmachaktionen für Groß und Klein vorbereitet und damit vor allem den jüngeren Besuchern viel Freude bereitet.

Tierische Saisoneröffnung am Felsenmeer

Reichenbach. Mit verschiedenen tierischen und menschlichen Gästen eröffnete das Felsenmeer Informationszentrum (FIZ) bei strahlendem Sonnenschein zum ersten Feriensonntag seine diesjährige Saison. Die Mitarbeiter des FIZ hatten zahlreiche Mitmachaktionen für Groß und Klein vorbereitet und damit vor allem den jüngeren Besuchern viel Freude bereitet. So konnten in den Fühlkästen verborgene Schätze erraten werden. Zur Belohnung gab es  kleine Überraschung. Beim Edelsteinsieben durfte jeder drei Mal Sand sieben. Die dabei gefundenen Edelsteinschätze konnten mitgenommen werden. Für eine kreative Dekoration der Ostertafel zuhause wurden zahlreiche Anregungen zum Basteln geboten. Aus Korken entstanden bunte Häschen und aus Eierkartons bunte Blüten. Eierbecher aus Eierkartons in Form eines Huhns mit bunter Feder konnten ebenfalls gebastelt werden.

Im Info-Zentrum gab es wie immer Wissenswertes zur Geologie und Natur des Felsenmeeres oder der Tätigkeit römischer Steinarbeiter zu entdecken. Dabei war eine ganz besondere Attraktion die römische Pendelsäge. Wer mochte konnte am dem Nachbau unter fachkundiger Anleitung Mela-Quarz-Diorit wie zur Römerzeit sägen. Keine schaffte es den Stein vollständig zu zerteilen. Natürlich gab es auch hier für die schweißtreibende Arbeit eine kleine Belohnung.

Als tierische Gäste kamen die beiden Alpakas von Wilhelm Trodt, die öfters im Felsenmeer zu bestaunen sind. Wollig zart und handzahm hatten sie nichts gegen Streicheleinheiten einzuwenden. Zwei Ponys präsentierte die  Felsberg Ranch, die sich trotz der Besucherströme gerne streicheln ließen. Prächtige Exemplare der Bielefelder Kernhühner von der Felsbergranch ließen sich sehr unaufgeregt von allen Besuchern bestaunen. Die Begeisterung der Kinder an dem Programm war so groß, dass es schwierig war, die Veranstaltung um 18 Uhr zu beenden. Viele Besucher wollen unbedingt wieder kommen.

Voll des Lobes über das Engagement der FIZ-Mitarbeiter war der Geschäftsleiter des FIZ, Günther Dekker, der sich über den Ansturm an diesem Sonnentag freute. koe

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Saisoneröffnung am Felsenmeer

Saisoneröffnung am Felsenmeer:

am 25.03.2018 von 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr

Mit einem Familientag eröffnet das Felsenmeer Informationszentrum seine diesjährige Saison. Er findet am Sonntag, den 25. März statt und beginnt um 10 Uhr.

Am ersten Feriensonntag der Osterferien möchte das Team des Infozentrums seine Besucher mit kleinen Attraktionen überraschen. Dazu hat es einige große und kleine Tiergäste eingeladen, die sich sicher gerne bestaunen und vielleicht auch streicheln lassen. Mit dabei sind auch Ponys von der Felsberg Ranch zum Streicheln und Bestaunen.

Alle, die gerne kreativ tätig werden möchten, können unter Anleitung unserer Mitarbeiter Originelles für den Ostertisch zaubern, Edelsteine sieben und verborgene Schätze in den Fühlkästen erraten oder die handgefertigten Felsenmeer Holzbuntstifte mit Gravur direkt vom Künstler erstehen.

Natürlich gibt es wie immer in unserem Infozentrum Wissenswertes zur Geologie und Natur des Felsenmeeres oder der Arbeit römischer Steinarbeiter zu entdecken. Wer möchte kann unter Anleitung Steine sägen wie zur Römerzeit.

Das Alles und noch vieles mehr und das Beste ist der Eintritt ist frei.

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Neues Programm im Felsenmeer Informationszentrum

Mit dem 10.02. 2018 um 14:00 startet das neue Sonderprogramm im Felsenmeer Informationszentrum mit der Tierspurensuche im Felsbergwald.

 

Das Naturschutzgebiet des Felsbergwaldes ist die Heimat von vielen großen und besonders kleinen Tieren.

 

Die großen Tiere bleiben während des Trubels meist verborgen, doch hinterlassen sie Spuren. Wenn man die Tierspuren erkennt, kann man sie dem passenden Tier zuordnen und daraus viel über Ihr Leben lernen. Bei einer kleinen Wanderung rund um das Felsenmeerinformationszentrum versuchen wir die verborgenen Bewohner unseres Naturschutzgebietes zu entdecken.

Unsere Touren sind für EntdeckerInnen ab 7 Jahren. Treffpunkt ist das FIZ, Dauer 2 Stunden

Leitung: Stefanie Richter

Kosten: Kinder: 3 €, Erwachsene: 5 €,

Anmeldung unter: information@felsenmeer.eu oder telefonisch: 06254-940160

 

 

 

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Bildungsausflug der FIZ Mitarbeiter

Die Felsenmeerführer besuchten bei ihrem Bildungsausflug nach Ladenburg auch die St. Gallus-Kirche. © FIZ

REICHENBACH. Der jährliche Bildungs-Ausflug des Felsenmeer-Informationszentrums (FIZ) hatte in diesem Jahr Ladenburg zum Ziel. Und dies nicht ohne Absicht, denn es handelt sich um die frühere römische Stadt Lopodunum, die im Jahr 98 nach Christus von Kaiser Trajan mit allen Rechten einer römischen Stadt ausgestattet wurde. Und so ist sie heute einer der ältesten deutschen Städte.

Schon vor dem Lobdengau-Museum - das Gebäude war übrigens ein ehemaliger Bischofssitz - empfing Museumsleiter Dr. Andreas Hensen die eher kleine Gruppe der Felsenmeerführer mit ihrem Geschäftsführer Günther Dekker.

Bei dem geführten Rundgang durch die sehr anschaulich und informativ ausgestatteten Räume der Sonderausstellung "Große Welten - Kleine Welten" erläuterte eine Archäologiestudentin die Entwicklung der Stadt vom spätrömischen Siedlungs- und Militärplatz über die Grabfunde der Völkerwanderungszeit bis zur frühmittelalterlichen Grundherrschaft des Reichsklosters Lorsch. Besondere Freude kam auf, als die Leihgabe aus dem Reichenbacher Infozentrum, die römische Zweispitzhaue, bewundert werden konnte. Zu bestaunen war ebenso die Anfang des 3. Jahrhunderts entstandene Jupiter-Gigantensäule. Sie ist ein herausragendes Denkmal für die Zeit der Alemanneneinfälle. Die Gruppe merkte auf, als sie von dem Plan erfuhr, demnächst diese Säule als kleines Schokosouvenir anzubieten.

Das gemeinsame Mittagessen brachte Erholung und gab die Kraft für die nun folgende Stadtführung. Neben den alten Mauern, dem spätrömischen Burgus, die bei einem Bau der Tiefgarage entdeckt wurden, präsentierte der Stadtführer die beeindruckenden Reste von einer der größten römischen Marktbasiliken.

Besonders bemerkenswert, dass in der Mitte des 13. Jahrhunderts genau an dieser Stelle der Bau der Sankt-Gallus-Kirche begonnen wurde.

Wechselvolle Kirchengeschichte

Bei seinen Erläuterungen um die wechselvolle Geschichte der Kirche verwies der Stadtführer noch besonders auf das Jahr 1565: Beim sogenannten "Bildersturm" wurden alle bildlichen Darstellungen gnadenlos zerschlagen. Was das letzte Jahrhundert betraf, so durfte ein Blick auf die großartige Gründerzeitvilla der Familie Benz, die dort seit 1905 ihr Zuhause hatte, nicht fehlen. Der Nachbau des "motorisierten Dreirads", mit dem Berta Benz 1888 und ihre beiden Söhne eine 106 Kilometer lange Fahrt von Mannheim nach Stuttgart unternommen hatten, wurde besonders bestaunt. 

Red

© Bergsträßer Anzeiger, Samstag, 18.11.2017

 

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Stimmungsvolle Fackelwanderung zum Saisonabschluß

 

Steine vom Felsberg für die Rheinhäfen

BA 06. November 2017Autor: Gisela Grünwald

BEEDENKIRCHEN. Zum Jahresabschluss hatten die Ranger vom Felsenmeer-Informationszentrum eine Fackelwanderung organisiert. Heidi Adam und Steffi Richter begrüßten 60 Wanderer auf dem Parkplatz Römersteine in Beedenkirchen.

Ziel war die Seegerhütte in einem alten Steinbruch. Dort sollten die Gäste einiges über die Bearbeitung von Steinen erfahren. Aufwärmen konnte man sich am Schwedenfeuer und bei Tee und Würstchen.

Schon der Name Felsberg zeigt an, welche Bedeutung die Steine dort immer hatten. Es handelt sich um Quarzdiorit, meist wird aber vereinfacht von Granit gesprochen - ein schwarzer Stein mit weißen Einsprengseln. Heidi Adam fragte nach dem alten Spruch aus der Schule: "Feldspat, Quarz und Glimmer - die drei vergeß' ich nimmer." Eine Frau erklärte, dass man sich damit einprägen kann, aus welchen Mineralien Granit hauptsächlich besteht.

Die Römer haben auf ihrem Eroberungszug durch Germanien am Felsberg als erste Steine abgebaut. Das bezeugen die Riesensäule, Altar und Riesenkiste, die man heute hier noch besichtigen kann. Von Italien aus eroberten sie Germanien, reisten auf den den Flüssen durchs Land und bauten Häfen. Auf Schiffen transportierten sie unter anderem die Steine aus dem Felsenmeer.

Viele Jahrhunderte herrschte Ruhe

Die römischen Soldaten wollten mit ihren Waffen auf Wagen über Land fahren. Die Wagen hatten Eisenräder, die im Boden steckenblieben. Daher pflasterten die Legionäre die Wege mit Steinen und befestigten sie mit Bordsteinen. So war sichergestellt, dass die Eisenräder auf der Straße blieben. Ebenso holten die Römer Steine für Säulen und Platten aus dem Felsberg.

Heidi Adam gab das Kommando zum Start der Wanderung entlang eines Wegs, der mit Teelichtern bis hoch zur Hütte markiert war. Dort angekommen berichtete sie weiter. Viele Jahrhunderte lang passierte nach dem Abzug der Römer im Felsenmeer nichts, "außer dass die Einheimischen über den harten Stein meckerten", wie Adam anmerkte.

1879 tauchten Steinhauer und Steinmetze aus Böhmen im Odenwald auf. Die Handwerker zeigten den Einheimischen, wie sie die Steine als Fundament beim Hausbau nutzen konnten und wie man Quader und Schotter herstellen kann.

Um 1872 kam eine Firma aus Frankfurt ins Lautertal. Sie wollte mit den Felsbergsteinen eine Steinbrücke bauen. Also bauten ab 1879 ein bis zwei Mann hier Steine ab. 1880 kamen Steinhauer aus Tirol und Bayern, um Syenite abzubauen, ein Gestein, das reich an Feldspäten und arm an Quarz ist. Ihnen folgten Arbeiter aus Schlesien und Böhmen. Viele Häfen am Rhein sind mit Granit aus dem Felsberg gebaut; ebenso die Molen, um die Ufer zu befestigen. Steine wurden bis nach Holland gebracht. Auch die Kaiser-Wilhelm-Brücke in Berlin wurde aus Felsbergsteinen gebaut, im Zweiten Weltkrieg aber beschädigt. Die alte Bausubstanz ist noch teilweise erhalten.

Ab 1883 wurden bei der Firma Kreuzer in Bensheim die ersten Steine geschliffen, ab 1883 auch bei der Firma Kreuzer & Böhringer. Um 1876 arbeiteten im Felsenmeer die ersten Gastarbeiter aus Italien. Für die Arbeit von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang im Sommer gab es fünf Mark am Tag. Zu dieser Zeit gab es 13 Steinbrüche im Lautertal.

Freitags gab es den Lohn

1889 wurde in Reichenbach die erste Steinschleiferei eröffnet. Es entstanden die Hessischen Granit- und Syenit-Werke. Die Steine wurden zum Bahnhof nach Bensheim gebracht und von dort in alle Welt transportiert. Im 18 und 19. Jahrhundert arbeiteten in der Deutschen Steinindustrie rund 230 Leute. Durch die Steinverarbeitung konnten die Dörfler in ihrem Dorf bleiben und hier arbeiten. Immer am Freitag gab es den Wochenlohn in bar. Die Frauen holten ihre Männer samt Lohn ab, damit das Haushaltsgeld auch wirklich zu Hause ankam.

Die Männer schufteten schwer in den Steinbrüchen, hingen in Strickleitern und warteten in der Mittagspause darauf, dass die Frauen ihnen das Essen im "Henkelmann" brachten.

Bis 1950 wurde die Steinblöcke mit Pferdefuhrwerken ins Tal gebracht, auf die sie zuvor mit einem Kran gehoben worden waren. Bis zum Ersten Weltkrieg war die Arbeit sehr schwer; 1903 kämpften die Arbeiter für mehr Lohn. Nach dem Weltkrieg und mit der Weltwirtschaftskrise hatte die Steinindustrie allerdings noch weniger Aufträge. Das änderte sich, als die Nationalsozialisten an die Macht kamen und ihre Prunkbauten in Berlin und Nürnberg begannen. Zahlreiche Aufträge gingen auch ins Lautertal.

Bis 1955 wurde Granit im Felsberg abgebaut für Grabsteine und Häuser. Dann kamen zunehmend billige Steine aus Südafrika, Brasilien, Skandinavien und Indien auf den Markt. Zuerst wurden diese Steine noch hier bearbeitet, später wurde auch das aus Kostengründen ins Ausland verlegt. Heute kommen die preisgünstigen Grabsteine aus Indien und China. 1970 machte der letzte Betrieb im Felsenmeer dicht.

Hans-Peter Hubrich führte die alten Geräte vor, Schmiede und Amboss. Akkordeonmusik steuerte Dr. Joachim Bartl bei. Mit viel Wissen über die Steinindustrie marschierten die 50 Besucher mit Fackeln in den Händen zurück zum Parkplatz.

 

© Bergsträßer Anzeiger, Montag, 06.11.2017

 

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